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Als "Finning"
...wird die Praxis bezeichnet, bei welcher Haien ganz oder teilweise
die Flossen vom Körper abgetrennt werden. Dies geschieht oftmals ohne das Tier
vorher zu töten. In der Regel wird das gefinnte Tier (lebendig oder tot) wieder
zurück ins Meer geworfen, da die Flossen weniger Laderaum beanspruchen, als der
ganze Körper.
Quelle: www.sharkproject.org
Anlass der Aktion
Nation Online 06.03.2004:
Die Seychelles Fishing Authority (SFA) meldet einen gefährlichen Anstieg im Fang und Handel von Haiflossen durch einheimische Fischer.
Losgetreten wurde diese Entwicklung durch einen Aufruf der EU vor eineinhalb Jahren, in dem vor einem gefährlich hohen Cadmiumgehalt in Schwertfischfleisch gewarnt wurde. Daraufhin brach der Markt für Schwertfisch auf den Seychellen zusammen und die lokalen Fischer suchten nach möglichen Alternativen. Die Fischer verlegten ihre Aktivität auf das bis dahin kaum durchgeführte Finning, was die Fischereibehörde, SFA, sehr beunruhigt.
Für den seychellischen Markt spielt der Schwertfischfang eine bedeutende Rolle, Schwertfisch macht etwa 65 % des gesamten Fangs aus. Seit der EU-Warnung ist der Export von 411 t auf unter 200 t gesunken, und der Präsident des SFA, Rondoph Payet befürchtet weitere dramatische Einbußen. Die Seychellen könnten sich andere Märkte außerhalb der EU erschließen, würden dann jedoch Zollvorteile verlieren.
Auch ein Ausweichen auf andere Zielfische ist kaum denkbar, da z.B. der Thunfischfang sehr kompliziert und nur mit moderner Technik durchzuführen ist.
Die SFA will dennoch Schulungsmaßnahmen für den Thunfischfang mit den heimischen Fischern durchführen, und gleichzeitig Druck auf die EU ausüben, ihre Aussage über die Gefährlichkeit von Cadmium in Schwertfisch zu revidieren, da die in Schwertfischfleisch gefundenen Werte deutlich unter denen in Hühnernieren, Schweine- oder Lammfleisch liegen.
Quelle: www.seychelles-online.com.sc/archives/4020304.html
Petition
An den Präsidenten der Seychellen James Michel
Sehr geehrter Herr Präsident,
die Seychellen zählen zweifellos zu den schönsten Plätzen unserer Erde und haben weltweit den Ruf, eine besonders vorausschauende Umweltpolitik zu betreiben. Gerade dieses vorbildliche Engagement ist es, was viele ökologisch orientierte Touristen veranlasst, ihren Urlaub immer wieder auf den Seychellen zu verbringen. Der dort praktizierte Naturschutz rechtfertigte für viele dieser Menschen den im internationalen Vergleich hohen Preis einer solchen Reise.
Dieses Gleichgewicht ist nun in Gefahr !
Wie wir einem Artikel aus Seychelles Nation Online vom 06.03.2004 entnehmen konnten, entwickelt sich auf den Seychellen gerade ein Handel mit Haiflossen, um den Umsatzrückgang im Bereich der Schwertfisch-Fischerei auszugleichen. Diese Entwicklung ist äußerst Besorgnis erregend und verträgt sich in keinster Weise mit der bisher vertretenen Umweltpolitik, bei der es um den Erhalt bedrohter Arten, wie z.B. der Meeresschildkröten ging .
Viele Haiarten sind durch exzessive Verfolgung, vor allem dabei durch Handel mit Flossen längst vom Aussterben bedroht und bedürfen deshalb unseres besonderen Schutzes. Ein gesunder und ausreichend großer Haibestand ist für die Unterwasser-Ökologie unbedingt notwendig, wie längst wissenschaftlich belegt ist.
In einem Land, für welches der sogenannte Öko-Tourismus eine ganz entscheidende wirtschaftliche Rolle spielt, gefährdet der Handel mit Haiflossen aber nicht nur den Bestand dieser außergewöhnlichen Tiere, er gefährdet in gleichem Maße auch die wirtschaftliche Stellung der Seychellen selbst und somit den Lebensstandard aller Seychelloises. Man muß kein Hellseher sein, um abzuschätzen, welche Auswirkungen auf den Tourismus zu erwarten sind, wenn die Seychellen erst durch internationale Kampagnen mit dem Abschlachten von Haien in Verbindung gebracht werden. Schnell wären die bisher gezeigten, vorbildlichen Maßnahmen des Umweltschutzes vergessen und ein kaum wieder gut zu machender Imageverlust zu verzeichnen, der sich noch auf Jahre in sinkenden Touristenzahlen wiederspiegeln würde. Dies kann nicht im Interesse der Regierung der Seychellen liegen.
Wir bitten Sie deshalb, den Handel mit Haiflossen und das damit verbundene finning unter strengste Strafe zu stellen. Wir bitten weiterhin darum, genügend Mittel und Kapazitäten bereit zu stellen, dieses Verbot auch zu überwachen.
Wir wissen, daß Sie dem Umweltschutz sehr offen gegenüberstehen und würden uns
freuen, wenn unser Appell Sie erreicht, damit die Haibestände und die
Tourismuseinanhmen Ihres Landes nachhaltig gesichert werden
Diskussionen
http://www.seychellen-infos.de/ seyforum/viewtopic.php?t=1652
http://www.seychellen-infos.de/ seyforum/viewtopic.php?t=1649
http://www.seychellen-infos.de/ seyforum/viewtopic.php?t=1657
Links
D.E.G. Initiative zur Erhaltung von Haien, Rochen und Chimären
SHARKPROJECT.ORG
www.haiwelt.de
Hai-Stiftung / Shark Foundation
www.haiseite.de
http://www.visiondive.com
Seychellen-Reiseinfos
Aktion Status
August 2004 (Entwicklungstendenz: Negativ)
1. Ungeachtet der aufkommenden Proteste erlebt der Haifang auf den Seychellen
einen massiven Aufschwung. Es wurde zwar erst durch die Einschränkung des
Schwertfisch-Exports ausgelöst, hat aber mittlerweile Eigendynamik erlangt.
2. Es entsteht möglicherweise bereits ein Schwarzmarkt für den
Haiflossen-Handel, über den z.Z. ca. 70% des Fangvolumens abgewickelt wird.
3. Die Regierung will dem Ganzen nicht entgegenwirken, sondern nur
verwalten (also mitverdienen), wodurch eine Intensivierung des Finning zu erwarten wäre.
Quelle: www.nation.sc
Organisation, Recherchen und Petition-Entwurf:
Rolf Daum, Stefan Knobloch
Wissenschaftlicher Beistand:
Oliver Hörstmeier
Übersetzung:
Marion Stubbemann
Dank für tatkräfige Unterstützung an:
Wolfgang Därr, Leute von Sharkproject.org
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